Irgendwann rückte sie mit der knappen Auskunft heraus, dass die italienische Bürokratin sich geweigert hatte, ihre Fußnägel zu schneiden. Sie hatte doch extra für den Jakobsweg schicke Wandersandalen erworben.
Sie sei nicht die Einzige gewesen, die hoffte, die Zehen würden sich dem Pilgerpfad anpassen. Dass die Zehnägel das Zehbett hochrutschten und den Fuß blutig rieben, bis die Nägel vereiterten und abfielen, plagte nicht nur dieses eitle Weib.
Einen dauerhaften Eindruck prägte deshalb die Beobachtung zweier dänischer Mitwandererinnen, die die Damen auf dem Jakobsweg kennen lernten. Eine war Krankenschwester. Sie ließ sich von niemanden abhalten, bei jedem Opfer auf der Strecke anzuhalten und erste Hilfe zu leisten.
Ihre dänische Freundin wollte wandern und auch die vielen Opfer der Eitelkeit nicht mehr wahrnehmen. Die Däninnen stritten sich gelegentlich, einigten sich wieder und holten dann mit Busfahrten einige Abschnitte auf.
Die Baronesse war mit ihrer Entscheidung zufrieden, alte Schuhe zu tragen. Dieselben, die sie vorher beim wöchentlichen Übungsgang angezogen hatte. Keine einzige Blase habe sich an ihre Füße gewagt. So war es ja beabsichtigt, also nicht der Rede wert.