Gegebenenfalls Gegebenheiten vom Jakobsweg

Heimkehr vom Jakobsweg

In Jakobsweg am 18. September 2009 um 21:43

Herr Gerwin und ich begrüßten die Baronesse am Flughafen mit einem gelben Strauß. Braungebrannt und wohlgelaunt fiel sie uns fast um den Hals. Auf, Gerwin, zum Stadthäuschen, gebot sie ohne eine Spur Müdigkeit von der langen Reise.

Die Fahrt ins Stadtzentrum prägten unsere Fragen mehr als ihre Erzählungen. Offensichtlich litt sie unter nichts – ganz im Gegensatz zu unsere Erwartungen! Was hatten wir nicht alles gelesen: Gebrochene Knochen, zerschundene Zehnägel und Zehen, wundgekratzte Haut nach Flohbissen oder einseitig sonnenverglühte Arme und Schultern.

Tatsächlich, links wirkte sie brauner – die Folge der östwestlichen Richtung des Jakobswegs. Ansonsten wirkte sie höchstens kräftiger. Abgenommen habe sie nicht, erklärte sie. Die Galazier arbeiten hart und essen stark. Da kann niemand abnehmen, und wer sich nicht genug bewegt, wird fett.

Viel erfuhren wir nicht.  Sie stellte Fragen nach dem Baufortschritt, wir drängten auf Offenbarungen aus dem Wanderorakel. Spürt man die emotionale, psychologische Veränderungen, von der andere Reisende berichteten? Fühlt sie sich nicht wie ein Kolumbus, der die Welt entdeckt? Etwas Stolz auf den eigenen Leistungsbeweis.

Die Baronesse wies jeden Stolz zurück. Ja, man habe es geschafft. Man habe auch geschummelt. Man habe sich nicht verändert. Offenbarungen gab es nicht. Nichts war sonderlich schlimm. Nur gab es viel mehr Berge als erwartet. Da habe sie, andere nicht, Atembeschwerden erlebt. Ansonsten solle man nicht so übertreiben.

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